Pressereaktionen...







Jugendliche machen ZEITENSPRÜNGE in Thüringen und präsentieren ihre lokalen Recherchen beim 2. Jugendgeschichtstag

Der 2. Thüringer Jugendgeschichtstag begann pünktlich 10 Uhr im Plenarsaal des Thüringer Landtags mit der Multimediashow "Inspiration der Worte". Modernste Audio-, Laser- und Videotechnik kam zum Einsatz und interpretierten in einer 10 minütigen Zeitreise die diesjährigen lokalhistorischen Projektarbeiten.

Lasershow
Plenarsaal des Thüringer Landtags

Sie waren ein Jahr in einer Welt vor unserer Zeit. Mehr als Hundertfünfzig Jugendliche haben in 25 Thüringer Projekten vergessene Zeiten und Ereignisse zurück in die Zukunft geholt. "Zeitensprünge" heißt das Programm, das Jugendeinrichtungen, Schulen und andere jugendliche Projekte unterstützt, die ihre Wurzeln in der heimatlichen Region zurückverfolgen wollen. Was sie auf diesen Reisen erlebt und mitgebracht haben, stellten die jungen Historiker an diesem Tag vor.

Prof. Dr. Dagmar Schipanski
Prof. Dr. Dagmar Schipanski

"Neben Mut, Leidenschaft, Begegnungen, Spaß, Impulsen und Anerkennungen ermöglicht die direkte und hautnahe Beschäftigung mit Geschichte vor Ort die Orientierung junger Menschen", so die Präsidentin des Thüringer Landtags, Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski, in ihrem Grußwort. Bereits zum zweiten mal übernahm sie für den Jugendgeschichtstag die Schirmherrschaft.

"Junge Menschen nehmen die Recherche in die eigene Hand. Sie lernen nicht aus der Konserve, sondern entdecken selbst. Sie gehen an den Ort des Geschehens, hinterfragen kritisch und entwickeln so das nötige historische Selbstbewusstsein, um mündig mit der eigenen Geschichte umgehen zu können." so die engagierte Landtagspräsidentin weiter.

Dirk Koch
Dirk Koch, Projektleiter der Zeitenspringer

Was hat die Puppe Lotti mit Pogo-Otto aus Berlin Kreuzberg zu tun? Und warum schüttete sich Tante Paula Aro über den Pudding? Diese und viele weitere Fragen musste im Anschluss an einer Videopräsentation Dirk Koch, Projektleiter der Zeitenspringer aus Ingersleben, beantworten. Die Zeit zur Debatte mit dem Publikum reichte wie so oft nicht aus, damit alles beantwortet werden konnte. Dafür gab es jedoch in der späteren Projektbörse und in vielen Gesprächen Möglichkeiten, um das Geheimnis der Puppe Lotti zu lüften.

Plenarsaal
Debatte im Thüringer Landtag

Auf den Spuren jüdischen Lebens in Sondershausen am Beispiel des Fabrikanten Gustav Gers wandelte die engagierte Lehrerein Christa Scholl mit ihrer Projektgruppe. Auch sie stellte sich mit ihrem Team der Debatte im Thüringer Landtag. Sie betonte, wie wichtig neben der Motivation über einen langen Projektzeitraum die Kooperation mit den freien Trägern, in ihrem Fall dem Kreisjugendring Sondershausen, ist.
Ohne externe Fachleute hätte solch ein Projekt nicht gestemmt werden können. Und sie bestätigte nachdrücklich die Aussage von Peter Weise, dass Stundenpläne bei Projektarbeiten selten eingehalten werden können und vor allen dürfen.


Unter dem Motto "Wir öffnen Fenster- Fotografien und Hörgeschichten aus dem Wohngebiet" stellte sich das dritte Thüringer Projekt an diesem Vormittag den Fragen im Plenarsaal. Stück für Stück wurde allen TeilnehmerInnen klar, Geschichte zu erforschen ist nichts Verstaubtes und man kann sie auf Schritt und Tritt, selbst im Plattenbau Wohngebiet Erfurt Drosselberg, finden.

Ein eifriger Teilnehmer von der oberen Tribüne wollte zu Deb Fragen aus dem Quiz die Anzahl der verteilten Flyer erfragen. Geschickt antwortete Anja Bachmann: "... Es waren ziemlich viele" und lud zur genauen Beantwortung an den Projektstand in der Landtagslobby ein.

Zeitensprünge
Projektstand in der Landtagslobby

Im Mittelpunkt des Interesses der Besucher, Landtagsabgeordneten und Vertreter der Presse standen am Nachmittag die vielen jungen und älteren Zeitenspringer mit ihren Forschungsergebnissen. Auf der Projektbörse wurde präsentiert, gefragt, erklärt, gerätselt und gestaunt. 20 Zeitenspringerprojekte aus ganz Thüringen präsentierten ihre Ergebnisse und erhielten zugleich Einblicke in die Arbeit der anderen Teams. In der Lobby herrschte großer Andrang und viele persönliche Gespräche konnten mit den Freizeitforschern geführt werden.

Barbara Windorf
Barbara Windorf führt durch den Thüringer Jugendgeschichtstag

Begleitet wurde der 2. Thüringer Jugendgeschichtstag mit drei Workshopangeboten. In den Workshops konnte das Wissen um die Archivarbeit, die Projektarbeit am Beispiel der Gedenkstätte Buchenwald mit dem aktuellen Projekt "Topf und Söhne" und der Umgang mit Lebenswelten und historischem Lernen erweitert werden. Frau Dr. Annegret Schüle, Leiterin im Projekt "Topf und Söhne" der Gedenkstätte Buchenwald, verwies auf die historische Verantwortung der nachfolgenden Generationen; Herr Dieter Marek, Leiter des Staatsarchiv Rudolstadt, zeigte nicht nur durch die moderne Internetpräsenz der Archive in Thüringen, dass Archivarbeit lebendig und spannend sein kann.

Herr Jürgen Reifarth, Studienleiter der Evangelischen Akademie Thüringen, zeigte anhand historischer Aufnahmen, beispielsweise zum Aufstand am 17. Juni 1953 in Erfurt, die Bandbreite der Interpretation von geschichtlichen Ereignissen.

Quizgewinner
Die GewinnerInnen aus dem Quiz

Über den Tag verteilt galt es, 27 kniffligen Fragen aus dem Quiz zum Jugendgeschichtstag zu beantworten. 16 Uhr stieg die Spannung zur Bekanntgabe der Ergebnisse. Die Präsidentin des Thüringer Landtags, Frau Prof. Dr. Dagmar Schipanski, überreichte persönlich die Preise und gratulierte den glücklichen GewinnerInnen.

3K Theaterwerkstatt
3K-Theaterwerkstatt Mühlhausen

Als sich die Aufregung legte, ließen auch die Windverhältnisse das Verdunkeln des Plenarsaals wieder zu und ermöglichten zum Abschluss den Auftritt der Theatergruppe 3K mit ihrer Performance "Vis a Vis". Beim abschließenden Abend der Begegnungen sagten viele TeilnehmerInnen: "Als Abschluss war der Theaterauftritt fabelhaft und viel geeigneter". Recht so, meinte Peter Weise zustimmend. Als Chef des Landesjugendring Thüringen e.V. freute er sich über das wachsende Interesse am Jugendgeschichtstag und dem Förderprogramm, welches 2007 in seine nunmehr vierte Runde geht.
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